Im ersten Teil wurde erklärt, warum eine Selbstkontrolle für kleine Unternehmen so wichtig ist. Nun möchte ich den wichtigsten Punkt der Selbstkontrolle in der Praxis vorstellen:
Nehmen Sie sich Zeit für Ihre strategischen Entscheidungen.
Planen Sie mindestens einmal pro Monat einen halben Tag für strategische Gedanken zu Ihrer Firma ein. Planen Sie diese Zeit fest ein und lassen Sie sich nicht stören!
Stellen Sie sich folgende Fragen:
a) Welches Betriebsergebnis habe ich erwirtschaftet? Wie hoch sind die Kosten und die Einnahmen in diesem Monat? Sind sie wie erwartet?
b) Analysieren Sie das Ergebnis:
Warum sind ggf. die Kosten abweichend?
Warum ist ggf. der Umsatz nicht entsprechend?
Was lief im letzten Monat gut?
Was lief schlecht?
Was kann ich im nächsten Monat besser machen?
Schreiben Sie sich alle Gedanken auf und halten Sie Ihre Ideen und Begründungen schriftlich fest.
Machen Sie ggf. einen konkreten Plan zur Umsetzung der Verbesserungen und überprüfen Sie ihn im nächsten Monat.
c) Überprüfen Sie Ihre Nachkalkulation.
Wo gibt es Abweichungen?
Wie können Sie diese Abweichungen zukünftig verhindern?
Dies sind nur die wichtigsten Fragen und sind sicherlich nicht alle. Je nach Ihrer Branche können Sie sie noch sinnvoll erweiten bzw. anpassen. Wichtig ist in erster Linie, dass Sie sich regelmäßig Zeit für strategische Gedanken nehmen und Ihre Firma kritisch und ehrlich betrachten. Versuchen Sie Ihre Firma permanent zu verbessern.
Für Fragen zu den o.g. Themen stehe ich gerne zur Verfügung.
Im nächsten Teil werden Sie noch weitere Aspekte der Selbstkontrolle kennen lernen.
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technik (BMWi) hat festgestellt, dass einer der größten Fehler in kleinen und mittelständigen Unternehmen die fehlende Selbstkontrolle ist.
Was für große Unternehmen selbstverständlich ist, sollte auch für kleine Unternehmen gelten: Die Selbstkontrolle oder Controlling!
Für kleine Betriebe ist es genauso wichtig, seine Firma zu kennen und die Kosten im Griff und den Gewinn im Auge zu haben. Jede Verbesserung, Änderung oder Aktion muss auch bei kleinen Unternehmen später noch einmal überprüft werden. Haben diese Maßnahmen etwas gebracht hat?
Das Prinzip, welches dahintersteht:
Ich kann nur das verbessern, was ich auch kenne!
Möchten Sie als Geschäftsführer nicht auch Ihren Gewinn aus Ihrer Geschäftstätigkeit verbessern? Möchten Sie als Geschäftsführer nicht auch sofort wissen, wenn etwas aus dem Ruder läuft und wo genau das passiert? Wenn Ihre Bank sich meldet, ist es meist schon zu spät.
Deshalb sollte man sich auch als kleiner Betrieb unbedingt mit Selbstkontrolle beschäftigen. Leider wird das immer noch viel zu oft vernachlässigt.
Warum?
Es gibt zu viele Ausreden. Hier die drei wichtigsten (lt. BMWi):
1. Keine Zeit
Können Sie sich vorstellen, dass Sie als Kapitän eines Schiffes keine Zeit zum Steuern haben, da Sie immer auf dem Ladedeck zu tun haben?
2. Das Geschäft läuft zu gut
Vorsicht, Routine! Haben Sie auch alle Kosten und Erlöse im Blick? Wie bereiten Sie sich auf zukünftige Trends vor?
3. Ich habe alles im Kopf
Sie können nur Annäherungswerte im Kopf behalten. So unscharf ist dann leider auch das Ergebnis.
Haben Sie vielleicht die eine oder andere Ausrede wiedererkannt?
Gut, dann haben Sie vielleicht Lust auf Teil 2, in dem ich Ihnen zeige, wie eine Selbstkontrolle ohne großen Aufwand aufgebaut werden kann. (Erscheint in Kürze)